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Gefahrenzonenpläne

WAS IST DAS?

Der Gefahrenzonenplan ist ein flächenhaftes Fachgutachten über die Gefährdung durch Hochwasser. Dabei berücksichtigt er im Speziellen die Feststoffprozesse, die für das jeweilige Einzugsgebiet typisch sind. Das sind etwa Muren oder Geschiebetransport. Er dient den Behörden als Grundlage für die Planung von Schutzmaßnahmen, für die Raumplanung, das Bauwesen und den Katastrophenschutz.

Es werden folgende Zonen ausgewiesen:

  • Rote Gefahrenzonen: Eine ständige Benützung für Siedlungs- und Verkehrszwecke ist wegen der voraussichtlichen Schadenswirkung nicht oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich. 
  • Gelbe Gefahrenzonen: Beinträchtigung der Nutzung für Siedlungs- und Verkehrszwecke, Beschädigungen von Bauobjekten und Verkehrsanlagen sind möglich. Eine Bebauung ist hier nur eingeschränkt und unter Einhaltung von Auflagen möglich.
  • Funktionsbereiche: Rot-Gelb (notwendige Überflutungs- oder Rückhalteräume), Blau (Freihaltung für Schutzmaßnahmen), Braun (Hinweis auf andere als Bäche und Lawinen hervorgerufene Naturgefahren), Violett (Erhaltung des Zustands der Flächen für natürlichen Schutz)
  • Besondere Gefährdungen: z.B. Verklausungsgefahr

WAS IST WICHTIG ZU WISSEN?

  • Die Gefahrenzonenpläne werden durch das Land Steiermark oder befugten Personen unter Koordination des Landes bzw. der Wildbach- und Lawinenverbauung erstellt.
  • Im Zuge einer Öffentlichkeitsbeteiligung liegt dieser über vier Wochen öffentlich im jeweiligen Gemeindeamt auf. Betroffene BürgerInnen können dazu schriftlich Stellung nehmen.
  • Die Einwände werden gemeinsam mit den Gemeinden geprüft. 
  • Die Genehmigung erfolgt durch das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus.

WEITERE INFORMATIONEN

Man unterscheidet Gefahrenzonenplanungen im Zuständigkeitsbereich der  Externe Verknüpfung Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) und der Bundeswasserbauverwaltung (BWV). Gefahrenzonenpläne im Bereich der WLV werden bereits seit den 1970er Jahren erstellt. Für alle Wildbäche in der Steiermark liegen Gefahrenzonenplanungen vor. Die Erstellung von Gefahrenzonenplänen im Bereich der BWV ist eine realtive neue Entwicklung und wurde 2015 begonnen. Mit Stand Jänner 2018 sind rund 40 Pläne in Bearbeitung. Die Planungen unterscheiden sich in einigen Parametern voneinander, etwa in Bezug auf die ausgewiesenen Zonen. 

Bundeswasserbauverwaltung Wildbach- u. Lawinenverbauung
 Rechtliche  Grundlage  Wasserrechtsgesetz 1959  Forstgesetz 1975
 Betrachtete Prozesse  Hochwasser, Feststofftransport, Murgang  Wildbach, Lawinen, Erosion
 Jährlichkeit  100-jährlich  150-jährlich
 Zonen  rot, gelb, rot-gelb, blau, Gefährdungen  rot, gelb, blau, braun, violett